Aurora Nacht Januar 2026
- Rüedi Severin
- 20. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Eine Nacht voller Emotionen, so würde ich sie am nächsten Morgen beschreiben. Doch fangen wir von vorne an, als das Bild noch gar nicht entstanden war. Wie ihr wisst, ist bei mir die Planung eines Fotos das A und O.
Als ich am Sonntag, dem 18. Januar, die erste Mitteilung bekam, dass sich ein Sonnensturm wieder in Richtung Erde bewegen würde, war mein erster Gedanke: „Ach, das ist bestimmt wieder eine Fehlmeldung.“ Gleichzeitig war wieder Neumondphase, etwas, das ich im Winter besonders spannend finde. Die Wintermilchstrasse und die dazugehörigen Objekte am Himmel faszinieren mich extrem und sind zudem sehr anspruchsvoll zu fotografieren.
Ich plante also für den Montagabend eine kurze Session mit der Astrokamera, um die Winter Milky Way aufzunehmen. Ich suchte mir einen Spot aus, der gut erreichbar war, denn die Milchstrasse war erst nach 1 Uhr nachts wirklich sichtbar.
Doch dann, am Montagabend um 21 Uhr, kamen die Meldungen aus den Aurora Apps und aus den WhatsApp Gruppen: Polarlicht Alarm. Impact auf die Erde unmittelbar bevorstehend. Zu diesem Zeitpunkt lag ich gemütlich auf dem Sofa und schaute Fernsehen. Ich schnappte mir sofort den Laptop und suchte einen geeigneten Spot, an dem ich sowohl die Aurora als auch die Wintermilchstrasse erwischen könnte.
Kurze Zeit später fand ich einen Ort, allerdings nur erreichbar mit Schneeschuhen oder Tourenski. Also packte ich kurz vor 22 Uhr meine sieben Sachen in Rekordzeit zusammen und machte mich in der Dunkelheit auf den Weg.
Nach mehreren hundert Höhenmetern und einer komplett ausgepusteten Lunge kam ich am Spot an, mit den Tourenski unter einem wunderschönen Nachthimmel, in dem die Polarlichter bereits tanzten. Wow. Dieser Moment war einfach nur magisch: Dieses Naturereignis mit blossen Augen zu sehen, wie sonst nur in den nordischen Ländern.
Völlig verschwitzt angekommen zog ich mich schnell warm an, denn ein kühler Wind pfiff mir um die Ohren. Ich blieb bestimmt bis nach 3 Uhr dort und machte unzählige Aufnahmen. Unter anderem dieses Bild: die Wintermilchstrasse in Kombination mit den Polarlichtern.
Ein unvergesslicher Moment, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde.
Auf dem Rückweg nach Hause dachte ich dann noch eine Weile über das nach, was ich da eigentlich mache: spontane Entscheidungen, bei denen ich alles links und rechts stehen lasse, um so einen Moment zu erleben, das kostet Energie. Aber genau darin liegt auch die Konsequenz: Wenn du ein Ziel vor Augen hast, nutze die Ressourcen, die du hast, und setze es um. Rückschläge gehören dazu und manchmal wirst du dafür belohnt, mit einem Anblick, den du draussen in der Natur einfach nur geniessen kannst.
So, genug der grossen Worte, zurück zur Realität: Ich muss jetzt definitiv ein bisschen Schlaf nachholen. 🙂


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